„Die gerade Linie ist gottlos.“

Friedensreich Hundertwasser

Nun war es Zeit, an der österreichischen Grenze weiter zu gehen. Von Balderschwang aus ging alles recht gut, bis im Hirschgrund klar wurde, dass eine gerade Linie zum Hohen Ifen zuerst durch einen Wasserfall, danach durch den Gottesacker durch eine Steilwand zum Gipfel führt.

Damit war klar: auch wenn die gerade Linie durch den GOTTESacker führt, hat Hundertwasser dennoch recht: sie ist gottlos. Sie ist unnatürlich, sie ist widersinnig, nicht nachvollziehbar, nicht begehbar, willkürlich und kann so in der Natur nicht vorkommen.

Wir haben es versucht – aber sie lässt sich nicht nachvollziehen. Es ist eine menschengemachte Linie, die mit der Schöpfung nichts gemein hat.

So hat es Abweichungen gegeben. Auch in den darauffolgenden Tagen noch. Nicht nur wegen der geraden Linie, auch wegen Steilwänden, Nebel und Hochwasser, das Canyons und eingeschnittene Bachläufe in diesen Tagen unpassierbar gemacht hat.

Insgesamt war der Abschnitt bis zum Rappenseekopf wieder ein herausragendes Ereignis. Nach einem heftigen Gewitter, das die Bäche zu reißenden Flüssen gemacht hatte, sind wir eingestiegen. Am Ende hat uns ein Gewitter gezwungen, von der Rappenseehütte abzusteigen und die Runde zu beenden.

Beeindruckend waren Begegnungen mit ca. 40 Stück Rotwild, 20 Steinböcken, Gemsen, 3 Füchsen und mit Menschen, wie Hubert, der uns am Sonntag Mittag zwar kein Quellwasser anbieten konnte, dafür aber ein Sonntagsbier. Überraschend. Die danach noch folgenden 400hm liefen fast von allein….

Die Zusammenfassung: 5 Tage, 67km, 8000hm, 8 Gipfel, viele Kalorien.

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